Datenschutz
Apple-Diktierfunktion und Datenschutz genau geprüft
Inhalt dieses Artikels
- 1. Das Wichtigste in 30 Sekunden
- 2. Geht dein Diktat am Mac an Apple?
- 3. Warum stimmt die verbreitete Offline-Antwort nicht mehr?
- 4. Was zeigte unser frisch aktivierter Mac?
- 5. Was speichert Apple und wie lange?
- 6. Wo Apples Angaben schwer zusammenpassen
- 7. Was passiert bei der freiwilligen Audiofreigabe?
- 8. Verarbeitet Apple deine Diktate in der EU?
- 9. Wie entfernst du deine Diktatdaten wieder?
- 10. Was bedeutet das im Unternehmen?
- 11. Wie steht Sprachtaste da?
- 12. Fazit
- 13. Weiterlesen
- 14. Wie wir recherchiert haben
- 15. Quellen und Stand
Mehrere ältere deutsche Ratgeber beantworten die Frage, ob ein Mac-Diktat den Rechner verlässt, pauschal mit Ja, es bleibt lokal. Diese Antwort stützt sich häufig auf eine Einstellung, die es in aktuellen macOS-Versionen nicht mehr gibt. Auf unserem frisch aktivierten MacBook Air M3 zeigte macOS einen anderen Zustand.
Kurzfazit: Apple listet Deutsch als Sprache, die auf dem Gerät verarbeitet werden kann, knüpft das aber an eine Bedingung und garantiert es nirgends pauschal. Läuft die Verarbeitung nicht lokal, geht laut Apple alles Diktierte an den Server. Ohne deine Einwilligung speichert Apple das Audio dann nicht, die Mitschriften jedoch bis zu zwei Jahre. Eine Zusage zur Verarbeitung in der Europäischen Union haben wir nicht gefunden.
Offenlegung: Sprachtaste ist Herausgeber dieses Artikels und zugleich Wettbewerber. Wir entwickeln eine eigene Diktier-App für Windows und macOS. Wie unsere eigene Verarbeitung aussieht, steht weiter unten am selben Maßstab gemessen. Alle Apple-Angaben stammen aus Apple-Primärquellen mit Abrufdatum.
Das Wichtigste in 30 Sekunden
| Frage | Kurze Antwort |
|---|---|
| Bleibt das Diktat auf dem Gerät? | Möglich, aber nicht garantiert. Der Hinweis in deinen Tastatureinstellungen entscheidet. |
| Was passiert sonst? | Laut Apple wird alles Diktierte an den Server gesendet und dort verarbeitet. |
| Wird Audio gespeichert? | Ohne Einwilligung in die Verbesserungsoption laut Apple nicht. |
| Werden Mitschriften gespeichert? | Ja, laut Datenschutzseite bis zu zwei Jahre. |
| Fließt das in Modelle ein? | Mitschriften können laut Apple Spracherkennungsmodelle verfeinern, auch ohne Einwilligung. |
| Verarbeitung in der EU? | Keine Zusage gefunden. Verantwortlich ist eine irische Apple-Gesellschaft. |
| Gilt das auch in Suchfeldern? | Nein, Suchfelder nimmt Apple ausdrücklich aus. |
Geht dein Diktat am Mac an Apple?
Apple beantwortet das nicht mit Ja oder Nein, sondern mit einem Verweis auf dein Gerät. Die aktuelle Hilfeseite formuliert es so:
„Du kannst in den ‚Tastatureinstellungen‘ überprüfen, ob deine Spracheingaben und Transkriptionen für allgemeine Textdiktate (beispielsweise beim Verfassen von Nachrichten und Notizen, aber nicht beim Diktieren in einem Suchfeld) auf deinem Gerät verarbeitet und nicht an Siri-Server gesendet werden.“
Zwei Dinge stecken darin. Erstens gibt es keine pauschale Zusage, sondern eine Aufforderung zum Nachsehen. Zweitens sind Suchfelder ausdrücklich ausgenommen. Wer in ein Suchfeld diktiert, fällt also auch dann aus der lokalen Verarbeitung, wenn alles andere lokal läuft.
Was passiert, wenn nicht lokal verarbeitet wird, steht auf Apples Datenschutzseite unmissverständlich:
„Andernfalls wird alles, was du diktierst, an den Server gesendet und dort verarbeitet, aber nicht gespeichert, sofern du nicht in ‚Siri und Diktierfunktion verbessern‘ eingewilligt hast.“
Für Deutsch stehen die Chancen auf lokale Verarbeitung gut. Apples Übersicht zur Funktionsverfügbarkeit führt Deutsch in allen drei Regionen, also Deutschland, Österreich und die Schweiz, unter der Verarbeitung auf dem Gerät. Sie nennt dort aber auch eine Bedingung: Es müssen Sprachmodelle geladen sein.
Warum stimmt die verbreitete Offline-Antwort nicht mehr?
Hier liegt der eigentliche Fehler im deutschen Netz. Wer nach Offline-Diktat am Mac sucht, landet bei Ratgebern, die eine Option namens Erweiterte Diktierfunktion beschreiben. Man solle einen Haken setzen, dann lade der Mac etwa ein Gigabyte an Sprachdaten herunter und diktiere anschließend ohne Internet.
Diesen Haken gibt es nicht mehr. Unser Screenshot zeigt den vollständigen Bereich Diktierfunktion unter macOS Sonoma 14.6:

Sprachen, Mikrofonquelle, Kurzbefehl. Mehr Einstellungen gibt es nicht. Die Option, um die sich die Offline-Ratgeber drehen, stammt aus einer deutlich älteren macOS-Generation und ist seit Jahren verschwunden. Die betreffenden Artikel ranken trotzdem weiter, teils seit fast einem Jahrzehnt.
Das ist kein Streit um Wortklauberei. Wer der alten Anleitung folgt, sucht einen Haken, findet ihn nicht, hakt das Thema als erledigt ab und diktiert weiter in dem Glauben, alles bleibe lokal. Die heutige Frage lautet anders: Zeigt dein Mac in den Tastatureinstellungen die Verarbeitung auf dem Gerät an oder nicht?
Was zeigte unser frisch aktivierter Mac?
Unser Testgerät war grundsätzlich für die Verarbeitung auf dem Gerät geeignet. Es ist ein MacBook Air mit Apple M3, also kein Intel-Mac, und als Sprache war Deutsch (Deutschland) eingestellt, also eine gelistete Sprache. Apple nennt zusätzlich geladene Sprachmodelle als Voraussetzung. Weil wir unmittelbar nach der ersten Aktivierung getestet haben, wissen wir nicht, ob sie zu diesem Zeitpunkt vollständig geladen waren. Die Sonoma-Fassung der Hilfeseite sagt:
„Auf einem Mac mit Apple Chips werden Diktate in unterstützten Sprachen auf deinem Gerät verarbeitet. Eine Internetverbindung ist nicht erforderlich.“
Direkt nach der Aktivierung stand in den Tastatureinstellungen etwas anderes, nämlich dass die Diktierfunktion Spracheingabe, Kontakte und Standorte an Apple sendet. Schon der Aktivierungsdialog kündigt das an:

Was wir daraus nicht machen: Wir haben den Datenverkehr nicht mitgeschnitten. Wir können also nicht beweisen, dass unser Diktat tatsächlich an einen Apple-Server ging. Belegt ist nur, was das Gerät anzeigte. Diese Anzeige passte nicht zu der Erwartung, die Apples ältere Dokumentation für Apple-Chips und unterstützte Sprachen weckt.
Eine Erklärung dafür liefert Apple nirgends. Die einzige dokumentierte Bedingung, die dazu passen würde, ist der Hinweis, dass Sprachmodelle geladen sein müssen. Wir haben unmittelbar nach der Erstaktivierung gemessen, zu diesem Zeitpunkt war plausibel noch nichts geladen. Apple stellt diesen Zusammenhang aber an keiner Stelle her, es gibt weder einen Hinweis im Dialog noch eine Fortschrittsanzeige. Wir schreiben das deshalb als naheliegende Vermutung auf, nicht als Ursache.
Bemerkenswert ist noch etwas: In der neueren Fassung derselben Hilfeseite hat Apple die oben zitierte Zusage für Apple-Chips gestrichen. Übrig geblieben ist nur noch die Aufforderung, in den Tastatureinstellungen nachzusehen.
Was speichert Apple und wie lange?
Trenne drei Dinge, die gern vermischt werden: Audio, Mitschrift und Anfragedaten.
Audio. Ohne Einwilligung in Siri und Diktierfunktion verbessern speichert Apple das übertragene Audio nach eigener Aussage nicht.
Mitschrift und Anfragedaten. Hier wird es konkret. Apples Datenschutzseite nennt eine Frist:
„Apple speichert und verwendet diese Daten für bis zu zwei Jahre, um Siri, die Diktierfunktion, die Suche und begrenzte andere Funktionen der Sprachverarbeitung in Produkten und Diensten von Apple bereitzustellen und zu verbessern.“
Zu diesen Anfragedaten können laut derselben Seite Gerätespezifikationen, Gerätekonfiguration, Leistungsstatistiken und, bei aktivierten Ortungsdiensten, der ungefähre Standort deines Geräts gehören. Verknüpft wird alles mit einer auf dem Gerät erzeugten Zufallskennung, die laut Apple mehrmals pro Stunde wechselt und weder mit deinem Apple Account noch mit deiner E-Mail-Adresse verbunden ist.
Ein geprüfter kleiner Anteil kann laut Apple über die zwei Jahre hinaus aufbewahrt werden.
Der Punkt, den fast niemand nennt: Auch ohne jede Einwilligung fließen Mitschriften in die Modellpflege. Apple vermeidet dabei das Wort trainieren:
„Transkripte werden möglicherweise verwendet, um z. B. Siri, die Suche, Sprachsteuerung, Übersetzungsfunktion und Spracherkennungsmodelle zu verfeinern.“
Dieser Satz steht im Abschnitt zum Standardverhalten, nicht im Abschnitt zur Einwilligung. Ohne Zustimmung bleibt dein Audio also ungespeichert, dein diktierter Text kann trotzdem bis zu zwei Jahre liegen und zur Verfeinerung von Spracherkennung verwendet werden.
Wo Apples Angaben schwer zusammenpassen
Beim Nachprüfen der Fristen sind wir auf zwei Stellen gestoßen, an denen Apple unterschiedliche Formulierungen verwendet.
Erstens, zwei aktuelle Apple-Seiten passen nicht zusammen. Die Datenschutzseite sagt, die Zufallskennung wechsle mehrmals pro Stunde. Die Hilfeseite, am selben Tag abgerufen, sagt beim Löschen:
„Du kannst die Audiodaten deiner Interaktionen (denen eine zufällige ID zugeordnet ist und die weniger als sechs Monate alt sind) jederzeit löschen.“
Das ist nicht zwingend ein Widerspruch. Die wechselnde Kennung kann einzelnen Anfragen zugeordnet sein, während Apple den löschbaren Verlauf über einen anderen Mechanismus zusammenführt. Apple erklärt auf diesen Seiten aber nicht, wie die beiden Kennzeichnungen zusammenhängen. Die Formulierungen lassen sich deshalb nicht eindeutig miteinander abgleichen.
Zweitens zeigt macOS selbst einen anderen Stand. Klickst du im Aktivierungsdialog auf Diktierfunktion und Datenschutz, öffnet sich dieses Fenster im System:

Den vollständigen Text dieses Fensters haben wir während des Tests herauskopiert. Der Screenshot zeigt den Anfang, die Passage zu den Fristen steht weiter unten im scrollbaren Fenster. Dort heißt es, der Anfrageverlauf werde über einen Zeitraum von bis zu sechs Monaten mit einer Zufalls-ID verknüpft und danach von ihr getrennt.
Genau diese Formulierung stand früher auch auf Apples Webseite. Heute steht sie dort nicht mehr, an ihrer Stelle steht die mehrmals pro Stunde wechselnde Kennung. Der Text in macOS Sonoma 14.6 unterscheidet sich damit von Apples aktueller Webseite.
Praktische Folge: Wenn du den Datenschutzhinweis in macOS liest, um eine Entscheidung zu treffen, liest du unter Umständen nicht den aktuellsten Online-Wortlaut. Die Webseite enthält die neuere Formulierung. Der Systemtext kann dagegen den Stand deiner macOS-Version widerspiegeln.
Was passiert bei der freiwilligen Audiofreigabe?
Nach der Aktivierung fragt macOS, ob du Audioaufnahmen teilen möchtest. Wir haben Später gewählt.

Stimmst du zu, darf Apple Beispiele deiner Spracheingaben speichern und auswerten lassen. Zur Frage, wer das Audio hört, ist Apple deutlich:
„Die Prüfung von Audiomaterial wird ausschließlich von Apple-Mitarbeiter:innen durchgeführt.“
Prüfpersonal kann laut Apple zusätzlich auf Kontextdaten zugreifen, die für die Anfrage direkt relevant sind, etwa Namen deiner Kontakte oder die auf deinen Geräten installierten Apps.
Beachte den Unterschied: Diese Einwilligung ist nicht dasselbe wie die normale Serververarbeitung eines Diktats. Sie kommt obendrauf. Ändern kannst du sie später unter Datenschutz und Sicherheit → Analyse und Verbesserungen.
Das Fenster im System nennt für diese Daten übrigens nur einen „beschränkten Zeitraum”. Wie lang der ist, steht dort nicht. Die konkrete Frist von bis zu zwei Jahren findest du erst auf Apples Webseite.
Verarbeitet Apple deine Diktate in der EU?
Diese Frage haben wir gezielt geprüft, weil sie im geschäftlichen Umfeld über den Einsatz entscheidet. Ergebnis: In den geprüften Apple-Quellen findet sich keine Zusage zur Verarbeitung in der Europäischen Union. Weder die Datenschutzseite zur Diktierfunktion noch die zur Verbesserungsoption nennt einen Serverstandort, ein Land oder ein Rechenzentrum.
Apples allgemeine Datenschutzrichtlinie trennt zwei Ebenen. Verantwortlich für Personen im Europäischen Wirtschaftsraum, in Großbritannien und der Schweiz ist demnach eine irische Apple-Gesellschaft, und internationale Übermittlungen laufen über Standardvertragsklauseln. Zur Speicherung sagt dieselbe Richtlinie allerdings, personenbezogene Daten würden in der Regel von Apple in den USA gespeichert.
Verantwortlicher in Irland und Speicherort sind also zwei verschiedene Dinge. Deshalb wäre sowohl die Behauptung „geht immer in die USA” als auch „bleibt sicher in der EU” unbelegt. Wer eine belastbare Aussage zum Verarbeitungsort braucht, bekommt sie aus diesen Quellen nicht.
Wie entfernst du deine Diktatdaten wieder?
Für macOS lautet der Weg:
- Systemeinstellungen öffnen
- in der Seitenleiste Apple Intelligence und Siri wählen, je nach Version heißt der Eintrag nur Siri
- Verlauf von Siri und Diktierfunktion löschen anklicken
- mit Löschen bestätigen
Drei Einschränkungen dazu, die Apple selbst nennt. Du brauchst eine Internetverbindung. Gelöscht werden Anfragen, die nicht älter als sechs Monate sind. Und deine Auswahl beim Teilen von Audioaufnahmen bleibt davon unberührt, die musst du getrennt ändern.
Deaktivierst du Siri und die Diktierfunktion vollständig, löscht Apple laut Datenschutzseite die auf dem Gerät gespeicherten Mitschriften. Über die serverseitig abgelegten Daten sagt dieser Satz nichts.
Falls dir der Standort wichtig ist: Bei aktivierten Ortungsdiensten wird laut Apple der ungefähre Standort deines Geräts zum Zeitpunkt der Anfrage mitgesendet. Einen macOS-Pfad zum Abschalten der Ortungsdienste speziell für Siri nennt Apple auf den geprüften Seiten nicht, dort stehen nur iOS-Pfade.
Was bedeutet das im Unternehmen?
Für berufliche Inhalte reicht ein Blick auf einen grünen Haken nicht. Aus dem Geprüften ergeben sich vier Punkte, die du dokumentieren solltest, bevor du Apples Bordmittel für Mandanten-, Patienten- oder Kundendaten einsetzt.
- Der Zustand ist gerätespezifisch. Was auf deinem Mac steht, gilt nicht automatisch für die Geräte deiner Kolleginnen und Kollegen. Prüfe pro Gerät.
- Suchfelder fallen heraus. Auch bei sonst lokaler Verarbeitung.
- Mitschriften bleiben bis zu zwei Jahre und können in die Verfeinerung von Spracherkennung fließen, ohne dass jemand zusätzlich zugestimmt hat.
- Kein produktspezifischer Verarbeitungsort zugesagt. Apples allgemeine Datenschutzrichtlinie nennt die USA als üblichen Speicherort und Standardvertragsklauseln für internationale Übermittlungen. Sie sagt aber nicht, wo Diktate konkret verarbeitet werden.
Unsere DSGVO-Checkliste für Diktier-Apps führt die Fragen auf, die darüber hinaus zu klären sind, etwa Unterauftragnehmer, Löschfristen und Verträge zur Auftragsverarbeitung.
Wie steht Sprachtaste da?
Der gleiche Maßstab, angelegt an das eigene Produkt. Für Sprachtaste gelten andere Angaben als für Apple, und nicht alle davon sind bequemer.
Wo wir konkreter sind. Unsere Datenschutzerklärung nennt den Dienstleister beim Namen, die Mistral AI SAS in Paris. Das Audio läuft über ein von uns in der EU betriebenes Gateway, das keine Audio-, Prompt- oder Transkriptinhalte protokolliert. Mistral hostet API-Daten standardmäßig in der EU. Die Trainingsnutzung ist in unserem Mistral-Konto deaktiviert; ohne Zero Data Retention bewahrt Mistral API-Ein- und -Ausgaben dennoch 30 rollierende Tage zur Missbrauchskontrolle auf. Mit dem Dienstleister gilt ein Data Processing Addendum. Absturzberichte sendet die App nur, wenn du das ausdrücklich einschaltest.
Wo Apple im Vorteil ist. Apples Diktierfunktion kann in der passenden Konfiguration ganz ohne Netz arbeiten. Sprachtaste kann das nicht, wir brauchen eine Internetverbindung. Wer echte Offline-Verarbeitung braucht, ist bei uns falsch.
Was du sonst noch wissen solltest. Die App bewahrt Audio im lokalen Verlauf auf deinem Rechner standardmäßig 30 Tage auf, diese Einstellung kannst du ändern. Sprachtaste steckt in einer geschlossenen Testphase, einer sogenannten privaten Beta, und ist derzeit nicht für besonders schützenswerte oder regulierte Daten vorgesehen. Die vollständige Dokumentation aller verarbeitenden Dienstleister, Speicherfristen und Verträge sagen wir vor dem öffentlichen Start zu. Solange das offen ist, gehört es in eine ehrliche Empfehlung hinein.
Ein Etikett „DSGVO-konform” hängen wir weder an Apple noch an uns. Diese Bewertung hängt von deinem Einsatzzweck ab, und sie steht dir zu, nicht uns.
Fazit
Bei unkritischen privaten Notizen und Nachrichten kann der ungeklärte Verarbeitungsort weniger schwer wiegen. Ob Apples Diktierfunktion für dich passt, hängt trotzdem vom Inhalt und von der Anzeige auf deinem Gerät ab. Ohne Einwilligung wird laut Apple kein Audio gespeichert, und in der passenden Konfiguration verlässt das Diktat den Rechner gar nicht erst.
Verlass dich dabei aber nicht auf Ratgeber, die einen Haken beschreiben, den es seit Jahren nicht mehr gibt. Sieh in deinen Tastatureinstellungen nach, und zwar auf jedem Gerät. Unser MacBook Air M3 zeigte dort trotz Apple-Chip und deutscher Sprache eine Übertragung an Apple an, obwohl die ältere Dokumentation für diese Konfiguration eine lokale Verarbeitung erwarten lässt.
Für berufliche Inhalte bleibt offen, wo Apple ein nicht lokal verarbeitetes Diktat konkret verarbeitet. Die allgemeine Richtlinie nennt die USA als üblichen Speicherort und Standardvertragsklauseln für internationale Übermittlungen. Daraus lässt sich der genaue Datenweg der Diktierfunktion jedoch nicht ablesen. Dokumentiere deshalb die Gerätekonfiguration und prüfe bei sensiblen Einsätzen zusätzlich die für dein Unternehmen geltenden Vertrags- und Datenschutzanforderungen.
Weiterlesen
- Diktieren am Mac mit der Apple-Diktierfunktion für die Einrichtung, die Sprachwahl und den Kurzbefehl
- Win + H und Datenschutz für dieselbe Prüfung auf der Windows-Seite
- DSGVO-Checkliste für Diktier-Apps für Unterauftragnehmer, Löschfristen und Verträge
Wie wir recherchiert haben
Alle Apple-Quellen am 27. Juli 2026 abgerufen. Beide Datenschutzseiten trugen zu diesem Zeitpunkt den Stand 11. Februar 2026. Die Hilfeseiten zeigen standardmäßig eine neuere macOS-Version als die von uns getestete, deshalb haben wir zusätzlich die Fassung für macOS Sonoma 14 herangezogen und beide Stände getrennt gekennzeichnet. Die frühere Formulierung zur Sechs-Monats-Frist haben wir über archivierte Fassungen derselben Apple-Seite abgeglichen.
Der Praxisteil stammt aus einem Test am 27. Juli 2026 auf einem MacBook Air mit Apple M3, 16 GB Arbeitsspeicher und macOS Sonoma 14.6, auf dem die Diktierfunktion vorher nie aktiviert war. Wir haben alle Aktivierungs- und Datenschutzdialoge gelesen, den Text des Systemfensters herauskopiert und bei der Audiofreigabe Später gewählt.
Was wir ausdrücklich nicht geprüft haben: Wir haben den Netzwerkverkehr nicht mitgeschnitten und deshalb nicht gemessen, ob und wohin Daten tatsächlich abflossen. Es gab keinen Gegentest im Flugmodus, keinen Test nach vollständig geladenen Sprachmodellen, keinen Intel-Mac, keine andere macOS-Version und keine andere Diktatsprache. Ob sich die Anzeige in den Tastatureinstellungen später von selbst ändert, wissen wir nicht. Wir haben außerdem keine Rechtsberatung erteilt und tun das auch hier nicht.
Quellen und Stand
- [Q1] Nachrichten und Dokumente auf dem Mac diktieren, Apple Mac-Benutzerhandbuch, aktuelle Fassung
- [Q2] Dieselbe Seite in der Fassung für macOS Sonoma 14, Apple Mac-Benutzerhandbuch
- [Q3] Siri, Diktierfunktion und Datenschutz, Apple, Stand 11. Februar 2026
- [Q4] Siri und Diktierfunktion verbessern und Datenschutz, Apple, Stand 11. Februar 2026
- [Q5] Verfügbarkeit von macOS-Funktionen, Apple, Abschnitt zur Diktierfunktion auf dem Gerät
- [Q6] Apple-Datenschutzrichtlinie, Apple, Abschnitte zu Verantwortlichkeit und internationaler Übermittlung
- [Q7] Verlauf von Siri und Diktierfunktion auf dem Mac löschen, Apple Mac-Benutzerhandbuch
- [Q8] Eigener Test auf MacBook Air M3 mit macOS Sonoma 14.6 vom 27. Juli 2026, Screenshots und herauskopierter Systemtext
- [Q9] Datenschutzerklärung von Sprachtaste, Abschnitte zur Sprachverarbeitung und zur Auftragsverarbeitung
- Mistral AI: Datenschutzerklärung und API-Speicherfristen
- Mistral AI: Data Processing Addendum
- Mistral AI: API-Datenschutzeinstellungen
- Mistral AI: Zero Data Retention
Apple ändert diese Texte. Der Quellenstand in diesem Abschnitt nennt den letzten vollständigen Check.
Favoriten
Chat
Häufige Fragen
Werden meine Diktate am Mac an Apple gesendet?
Das hängt von deiner Konfiguration ab. Apple führt Deutsch als Sprache, die auf dem Gerät verarbeitet werden kann, nennt dafür aber die Bedingung, dass Sprachmodelle geladen sein müssen. Verlässlich ist nur der Hinweistext unter Systemeinstellungen, Tastatur, Diktierfunktion auf deinem eigenen Mac.
Speichert Apple mein Diktat?
Ohne Einwilligung in Siri und Diktierfunktion verbessern speichert Apple das Audio nach eigener Aussage nicht. Die Mitschriften und zugehörige Anfragedaten speichert und verwendet Apple laut Datenschutzseite bis zu zwei Jahre.
Kann ich am Mac wirklich offline diktieren?
Die verbreitete Anleitung dazu beschreibt eine Option namens Erweiterte Diktierfunktion, die es in aktuellen macOS-Versionen nicht mehr gibt. Möglich ist stattdessen die Verarbeitung auf dem Gerät, sofern dein Mac sie in den Tastatureinstellungen anzeigt.
Verarbeitet Apple meine Diktate in der EU?
Eine Zusage dazu haben wir in den geprüften Apple-Quellen nicht gefunden. Verantwortlich für Nutzer im Europäischen Wirtschaftsraum ist laut Datenschutzrichtlinie eine irische Apple-Gesellschaft. Zur Speicherung nennt dieselbe Richtlinie in der Regel die USA.
Trainiert Apple mit meinen Diktaten?
Apple spricht von verfeinern statt trainieren. Laut Datenschutzseite können Mitschriften verwendet werden, um unter anderem Spracherkennungsmodelle zu verfeinern. Das gilt bereits im Standardfall, also ohne zusätzliche Einwilligung.
Wie lösche ich meinen Diktatverlauf am Mac?
Über Systemeinstellungen, Apple Intelligence und Siri, dann Verlauf von Siri und Diktierfunktion löschen. Dafür brauchst du eine Internetverbindung. Deine Auswahl beim Teilen von Audioaufnahmen bleibt davon unberührt.
Gilt das Ergebnis auch für Diktate in Suchfeldern?
Nein. Apple nimmt Suchfelder ausdrücklich von der Verarbeitung auf dem Gerät aus. Die ältere Fassung der Hilfeseite nennt zusätzlich, dass solche Diktate an den Anbieter der Suchinformationen gehen können.