Datenschutz
Win + H und Datenschutz, wohin dein Diktat geht
Inhalt dieses Artikels
- 1. Das Wichtigste in 30 Sekunden
- 2. Geht mein Diktat ins Internet?
- 3. Werden meine Daten in der EU verarbeitet?
- 4. Trainiert Microsoft mit meinen Diktaten?
- 5. Was gilt, wenn ich keinen der beiden Knöpfe drücke?
- 6. Warum zeigt ein Firmenrechner etwas anderes?
- 7. Wie werde ich meine Sprachdaten wieder los?
- 8. Wie schalte ich die Onlinespracherkennung ab?
- 9. Was bedeutet das im Unternehmen?
- 10. Wie steht Sprachtaste da?
- 11. Fazit
- 12. Weiterlesen
- 13. Wie wir recherchiert haben
- 14. Quellen und Stand
Sobald dein Rechner online ist, verlässt dein Diktat bei Win + H den Computer. Wohin es dann geht, lässt Microsoft offen. Die Datenschutzerklärung nennt als mögliche Verarbeitungsorte ausdrücklich auch die Vereinigten Staaten, und die EU-Datengrenze, mit der Microsoft seit Jahren wirbt, gilt für Windows-Funktionen für Verbraucher nicht.
Kurzfazit: Eine Verarbeitung in der Europäischen Union sichert Microsoft für die Windows-Spracheingabe nicht zu. Das ist die wichtigste Antwort dieses Artikels. Immerhin gibt es einen Schalter dagegen: Wir haben die Online-Spracherkennung abgeschaltet und das Netzwerk getrennt, danach hat Win + H weiter transkribiert. Zum Training seiner Modelle nutzt Microsoft dein Diktat nur nach ausdrücklicher Zustimmung, auf Firmenkonten ist diese Freigabe ohnehin gesperrt.
Offenlegung: Sprachtaste ist Herausgeber dieses Artikels und zugleich Wettbewerber. Wir entwickeln eine eigene Diktier-App, die ebenfalls Audio zur Verarbeitung überträgt. Deshalb beantworten wir am Ende dieses Artikels dieselben Fragen für uns selbst, mit denselben Belegen.
Das Wichtigste in 30 Sekunden
| Frage | Antwort |
|---|---|
| Verlässt das Audio den Rechner? | Ja, sobald der Rechner online ist. Trennst du das Netzwerk, transkribiert Win + H in unserem Test weiter, dann bleibt alles lokal. |
| Wird in der EU verarbeitet? | Nein, das sichert Microsoft nicht zu. Als Speicherort nennt die Datenschutzerklärung ausdrücklich auch die Vereinigten Staaten. |
| Gilt die EU-Datengrenze? | Nein. Sie deckt nur die Unternehmensdienste ab, also Azure, Microsoft 365, Dynamics 365 und Power Platform. Windows-Funktionen für Verbraucher gehören nicht dazu. |
| Wird damit trainiert? | Nur nach deiner ausdrücklichen Zustimmung. |
| Hören Menschen mit? | Nur bei Sprachclips, denen du zugestimmt hast. Dann Microsoft-Mitarbeiter und Lieferanten. |
| Wie lange gespeichert? | Solche Clips bis zu zwei Jahre, bei einer Stichprobe länger. Für den normalen Betrieb nennt Microsoft keine Frist. |
| Hat Microsoft dir gegenüber Pflichten? | Kaum. Bei privater Nutzung entscheidet Microsoft selbst über Zweck und Mittel der Verarbeitung. Du hast keinen Vertrag, der das begrenzt. |
Alle Angaben stammen aus Microsofts eigenen Unterlagen oder aus unserem Test am 26. Juli 2026 unter Windows 11, Version 25H2. Wie wir vorgegangen sind, steht am Ende des Artikels.
Geht mein Diktat ins Internet?
Auf einem normal genutzten Rechner: ja. Microsoft beschreibt die Spracheingabe ausdrücklich als Onlinedienst.
„Die Spracheingabe nutzt die Online-Spracherkennung, die von Azure Speech-Diensten unterstützt wird."
Dieselbe Seite nennt als Voraussetzung, dass du „mit dem Internet verbunden sein” musst. Auch das Fenster beim ersten Start sagt es so.

Geh also davon aus, dass dein gesprochenes Wort bei Microsoft landet, solange der Rechner online ist. Was dort damit passiert, steht in den nächsten beiden Abschnitten.
Es gibt aber einen zweiten Weg
Auffällig ist der zweite Satz im Startfenster. Er kündigt an, dass „auch die gerätebasierte Spracherkennung installiert” werde. Eine gerätebasierte Erkennung braucht kein Internet. Die Datenschutzerklärung wird an dieser Stelle deutlicher.
„Voice typing may use both device-based and online speech recognition technologies to power its speech-to-text transcription service."
Also „kann beides nutzen”, während die Supportseite eine Internetverbindung zur Pflicht macht. Wir haben nachgesehen, welche der beiden Aussagen stimmt.
Auf beiden Rechnern haben wir die Online-Spracherkennung ausgeschaltet, dann WLAN deaktiviert und das Netzwerkkabel gezogen, bis der Browser keine einzige Seite mehr laden konnte.

Win + H transkribierte weiter. Auf beiden Rechnern, ohne erkennbaren Unterschied in der Qualität. Die Erklärung steht im Beschreibungstext derselben Einstellungsseite.
„Wenn Sie die Online-Spracherkennung deaktivieren, können Sie keine Apps mehr verwenden, die die Online-Spracherkennung von Microsoft verwenden. Sie können jedoch weiterhin die Windows-Spracherkennungs-App und andere Sprachdienste verwenden, die nicht die Online-Spracherkennungstechnologie von Microsoft nutzen."
Für dich heißt das zweierlei. Im Normalzustand geht dein Diktat zu Microsoft, denn die Onlineerkennung ist der dokumentierte Weg, und Windows kommuniziert ihn auch so. Du kannst das abstellen, ohne die Funktion zu verlieren. Wie das geht, steht unter Wie schalte ich die Onlinespracherkennung ab?
Eine Einschränkung gehört dazu: Ob Windows bei eingeschalteter Option und bestehender Verbindung tatsächlich immer den Onlinedienst nimmt, ließe sich nur mit einem Netzwerkmitschnitt klären. Den haben wir nicht gemacht. Wir gehen deshalb vom ungünstigeren Fall aus.
Werden meine Daten in der EU verarbeitet?
Microsoft sichert das nicht zu. Beim Speicherort ist die Datenschutzerklärung ungewöhnlich deutlich.
„Personal data collected by Microsoft may be stored and processed in your region, in the United States, and in any other jurisdiction where Microsoft or its affiliates, subsidiaries, or service providers operate facilities."
Für Übermittlungen in Länder ohne gleichwertiges Schutzniveau verweist Microsoft auf „standard contractual clauses approved by the European Commission”, also die Standardvertragsklauseln. Zusätzlich ist Microsoft nach dem EU-US Data Privacy Framework zertifiziert. Beides sind anerkannte Instrumente. Sie ersetzen aber keine Zusage, dass die Verarbeitung in Europa bleibt.
Bleibt die EU-Datengrenze, mit der Microsoft seit Jahren wirbt.
„Die EU-Datengrenze ist eine geografisch definierte Grenze, innerhalb derer Microsoft sich verpflichtet hat, Kundendaten und personenbezogene Daten für unsere Microsoft-Unternehmens-Onlinedienste zu speichern und zu verarbeiten, einschließlich Azure, Dynamics 365, Power Platform und Microsoft 365."
Der Geltungsbereich sind die Unternehmensdienste. Die Spracheingabe in Windows ist keiner davon. Fair bleiben heißt hier: Microsoft nennt Win + H nirgends ausdrücklich als Ausnahme. Die Funktion war schlicht nie im Geltungsbereich. Das Ergebnis ist dasselbe, aber es ist unsere Schlussfolgerung und kein Zitat.
Vor einem verbreiteten Denkfehler sei gewarnt. Weil Microsoft die Spracheingabe als „von Azure Speech-Diensten unterstützt” beschreibt, wird gern die Azure-Zusage herangezogen, bei Echtzeittranskription würden keine Daten gespeichert. Diese Zusage gilt für Azure-Kunden, die einen eigenen Dienst in einer selbst gewählten Region gebucht haben. Bei Win + H wählst du keine Region. Die Azure-Zusagen lassen sich darauf nicht übertragen.
Trainiert Microsoft mit meinen Diktaten?
Nicht ohne deine Zustimmung, und das ist eine bessere Antwort, als viele erwarten. Microsoft hat die Praxis vor Jahren umgestellt.
„wurde die Aufzeichnung von Sprachdaten für Produktverbesserungen ab dem 30. Oktober 2020 eingestellt"
Und wer nicht zustimmt, verliert nichts.
„Auch wenn Sie sich nicht für die Übermittlung Ihrer Sprachclips entscheiden, können Sie unsere sprachgesteuerten Produkte und Dienste nutzen."
Stimmst du dagegen zu, gilt Folgendes. Zur Aufbewahrung schreibt Microsoft: „Wir bewahren bereitgestellte Sprachclips bis zu zwei Jahre lang auf”. Aus „bis zu zwei Jahre” kann mehr werden, sobald ein Clip in die Stichprobe gerät. Zuhören dürfen dann „Microsoft-Mitarbeiter und Lieferanten, die im Auftrag von Microsoft arbeiten”. Vorher entfernt Microsoft nach eigenen Angaben die Verknüpfung zu Konto und Gerätekennungen sowie lange Zahlenfolgen und alles, was nach einer E-Mail-Adresse klingt.
Zwei Einschränkungen nennt Microsoft selbst. Erstens ist durchgehend von „de-identify” die Rede, also von Entkopplung, nicht von Anonymisierung im Rechtssinn. Zweitens werden andere hörbare Geräusche mit aufgenommen. Wer im Großraumbüro oder am Küchentisch diktiert, gibt also möglicherweise mehr weiter als die eigene Stimme.
Genau diese Wahl bekommst du auf einem privaten Konto vorgelegt.

Was gilt, wenn ich keinen der beiden Knöpfe drücke?
Das Fenster oben lässt sich schließen, ohne dass du dich entscheidest. Diese Frage hat uns im Test am längsten beschäftigt, denn sie steht in keiner Anleitung.
Nach Microsofts Formulierung gilt dann der Grundzustand, und der heißt „nichts beitragen”. Die Aufzeichnung ist seit Oktober 2020 abgeschaltet und wird erst durch deine Zustimmung wieder eingeschaltet. Wer nichts anklickt, steuert also nichts bei.
Ein echter Mangel bleibt trotzdem, und er liegt bei Microsoft. Zwei offizielle Supportseiten widersprechen sich darin, ob „Onlinespracherkennung nutzen” und „Sprachclips beitragen” ein Schalter sind oder zwei.
Die eine Seite trennt beides sauber: „Sie können die Spracheingabe verwenden, ohne Sprachclips beizutragen. Das Mitwirken von Sprachclips ist optional.” Die Seite zum Datenschutz-Dashboard wirft beides zusammen.
„So steuern Sie, ob Sprachclips zur Verbesserung der Online-Spracherkennung auf Ihrem Windows-Gerät beigetragen werden: Wechseln Sie zu Starteinstellungen > Datenschutz und Sicherheit > Spracherkennung. Aktivieren oder deaktivieren Sie die Umschaltfläche Online-Spracherkennung."
Nach dieser Lesart würde derselbe Schalter, den du für die Nutzung brauchst, zugleich die Clip-Freigabe steuern. Beide Seiten sind offiziell, und der Widerspruch steht in der deutschen wie in der englischen Fassung. Es ist also kein Übersetzungsfehler.
Dazu passt eine Formulierung aus Microsofts Richtliniendokumentation für Administratoren, wo es zur Onlinespracherkennung heißt: „Microsoft uses voice input to help improve speech services.” Das steht in Spannung zur Opt-in-Darstellung auf den Verbraucherseiten.
Öffne deshalb das Zahnrad in der Spracheingabeleiste und sieh selbst nach, was dort eingestellt ist, statt dich auf eine Standardannahme zu verlassen.

Nebenbei: Die Hauptseite von Microsoft zur Spracheingabe erwähnt Sprachclips mit keinem Wort. Wer nur diese Seite liest, erfährt von der ganzen Frage nichts.
Warum zeigt ein Firmenrechner etwas anderes?
Auf unserem zweiten Testrechner, angemeldet mit einem Geschäftskonto, führte derselbe Weg zu einem völlig anderen Fenster.

Statt einer Wahl gibt es eine Feststellung. Das ist keine Fehlfunktion, Microsoft dokumentiert es.
„Wenn Sie mit einem Geschäfts-, Schul- oder Unikonto angemeldet sind, ist die Freigabe von Sprachdaten nicht verfügbar, Aber Sie können die Spracheingabe weiterhin verwenden."
Für die Praxis heißt das: Mit einem Firmenkonto kannst du gar nicht versehentlich Sprachclips beisteuern. Das ist eine gute Nachricht. Sie bedeutet aber nicht, dass die Spracheingabe dort offline arbeitet. Das Transkribieren läuft weiter über Microsofts Dienst, nur der freiwillige Beitrag zum Training entfällt.
In keinem der Wettbewerbsartikel, die wir für diesen Beitrag gesichtet haben, kam dieser Unterschied vor. Dabei betrifft er genau die Menschen, die im Büro diktieren.
Wie werde ich meine Sprachdaten wieder los?
Diese Frage hat eine überraschende Antwort. Für neue Sprachclips gibt es nichts mehr zu löschen, weil es nichts mehr zu verknüpfen gibt.
„Sprachclips, die von unseren Spracherkennungstechnologien gespeichert sind, sind Ihrem Microsoft-Konto nicht mehr zugeordnet. Daher werden neue Sprachdaten nicht mehr in Ihrem Datenschutz-Dashboard angezeigt."
Im Datenschutz-Dashboard deines Microsoft-Kontos findest du also nur noch Altbestände von vor dem 30. Oktober 2020. Und selbst dort schränkt Microsoft ein: „Wenn Sie Ihre Sprachaktivität löschen, werden zwar Ihre Audioaufnahmen entfernt, aber möglicherweise nicht alle Informationen, die mit Ihrer Sprachaktivität verknüpft sind.”
Das lässt sich als Datenschutzgewinn lesen, weil ohne Kontobezug weniger Rückschluss möglich ist. Es lässt sich auch als Verlust an Kontrolle lesen, weil die Entkopplung dein Löschrecht praktisch ersetzt. Beides stimmt.
Wie schalte ich die Onlinespracherkennung ab?
Der Schalter sitzt unter Einstellungen → Datenschutz und Sicherheit → Spracherkennung. Ein Klick, fertig.
Viele Anleitungen warnen an dieser Stelle, danach sei die Spracheingabe unbrauchbar. Das war in unserem Test nicht so. Win + H lief weiter, mit unveränderter Erkennung. Unsere Empfehlung lautet deshalb: Schalte die Option aus und probiere es. Fehlt dir etwas, ist sie in zehn Sekunden wieder an.
Zwei Dinge solltest du dabei wissen. Erstens gilt unser Ergebnis für Windows 11, Version 25H2, mit deutscher Diktatsprache. Auf älteren Ständen oder in anderen Sprachen kann die Onlineerkennung sehr wohl nötig sein. Zweitens betrifft der Schalter alle Apps, die Microsofts Onlinespracherkennung nutzen, nicht nur die Spracheingabe.
In verwalteten Umgebungen gibt es zusätzlich eine Richtlinie namens „Zulassen, dass Benutzer Online-Spracherkennungsdienste aktivieren”. Sie ist etwas anderes als der Schalter: Sie nimmt dir die Wahl ganz weg, der Schalter wird ausgegraut, und Windows meldet, die Sprachdienste würden von der Organisation verwaltet. In dokumentierten Fällen war danach auch die Spracheingabe tot. Wie du das löst, steht in unserem Beitrag Win + H funktioniert nicht.
Was bedeutet das im Unternehmen?
Ein Punkt ist rechtlich zentral und wird selten benannt. Das Datenschutzrecht kennt zwei Rollen. Ein Verantwortlicher entscheidet selbst, wozu er Daten verarbeitet. Ein Auftragsverarbeiter darf nur das tun, was sein Auftraggeber ihm vertraglich vorgibt, und muss sich daran messen lassen.
Gegenüber Privatnutzern ist Microsoft Verantwortlicher. In der Datenschutzerklärung steht, dass die Microsoft Corporation und für den Europäischen Wirtschaftsraum die Microsoft Ireland Operations Limited „the data controllers for personal data we collect through the products subject to this statement” sind.
Für private Nutzung heißt das: Es gibt keinen Vertrag über Auftragsverarbeitung, und Microsoft ist an keine Weisung von dir gebunden. Die Rechtsgrundlage ist die Datenschutzerklärung, die Microsoft selbst schreibt und ändern kann.
Bei Geschäfts-, Schul- und Unikonten verweist Microsoft dagegen auf den Vertrag mit der Organisation. Ob die Windows-Spracheingabe in einem konkreten Fall unter den Datenschutznachtrag zu den Microsoft-Produktbedingungen fällt, ist damit noch nicht gesagt. Wir haben keine Microsoft-Seite gefunden, die das für Win + H ausdrücklich feststellt. Wer das für eine Organisation belastbar klären muss, kommt um den eigenen Vertrag und die eigene Konfiguration nicht herum.
Was eine seriöse Prüfung sonst noch verlangt, haben wir in der DSGVO-Prüfliste für Diktier-Apps aufgeschrieben.
Wie steht Sprachtaste da?
Wir wären unglaubwürdig, wenn wir Microsoft diese Fragen stellen und uns selbst nicht. Also dieselben Punkte für unsere eigene App.
Wo wird verarbeitet? Die Aufnahme läuft über unser eigenes Gateway in der EU an die Mistral AI SAS in Paris. Mistral hostet API-Daten standardmäßig in der EU.
Wird mit den Diktaten trainiert? Die Nutzung der API-Ein- und -Ausgaben für das Modelltraining ist in unserem Mistral-Konto deaktiviert. Das ist eine andere Einstellung als Zero Data Retention.
Was passiert mit der Aufnahme? Unser Produktions-Gateway protokolliert keine Audio-, Prompt- oder Transkriptinhalte. Mistral bewahrt API-Ein- und -Ausgaben ohne Zero Data Retention für 30 rollierende Tage zur Missbrauchskontrolle auf. Der fertige Text landet auf deinem Gerät, an deinem Cursor oder in der Zwischenablage. Der lokale Verlauf speichert Audio und Text standardmäßig 30 Tage auf deinem Rechner und lässt sich abschalten oder löschen.
Welche Rolle haben wir? Mit Mistral gilt ein Data Processing Addendum. Bei einem Unternehmenskunden kann Sprachtaste selbst Auftragsverarbeiter und Mistral Unterauftragnehmer sein. Dafür braucht es zusätzlich einen AVV zwischen dem Unternehmen und Sprachtaste sowie die vollständige Dokumentation der Verarbeitungskette.
Was heißt das praktisch? Der Datenfluss ist konkreter beschrieben als bei Win + H, aber die private Beta ist noch keine pauschale Freigabe für Mandantengeheimnisse, Gesundheitsdaten oder andere besonders sensible Inhalte. Unternehmen müssen den konkreten Einsatz und die Vertragskette prüfen.
Und weil Datenschutz allein kein gutes Werkzeug macht: Sprachtaste läuft auf Windows und macOS, startet über ein eigenes Tastenkürzel und fügt den fertigen Text erst nach der Nachbearbeitung ein. Aus frei gesprochenen Gedanken wird dabei ein sauberer Text. Du kannst außerdem bereits geschriebenen Text korrigieren lassen und Nachrichten übersetzen, ohne zu kopieren. Die App ist in privater Beta.
Ehrlich bleibt: Wir sind keine Offline-App. Wer will, dass gar nichts den Rechner verlässt, ist mit abgeschalteter Onlineerkennung bei Win + H richtig und braucht uns dafür nicht.
Fazit
Die Sorge, Microsoft trainiere heimlich mit jedem Diktat, ist unbegründet. Sprachclips sind Opt-in, und auf einem Firmenkonto ist die Freigabe gesperrt.
Das eigentliche Problem liegt woanders: Microsoft sagt dir nicht zu, wo dein Diktat verarbeitet wird. Die Vereinigten Staaten stehen ausdrücklich in der Datenschutzerklärung, und die EU-Datengrenze gilt hier nicht. Für private Notizen, Suchfelder und Chatnachrichten ist das verkraftbar, und mit abgeschalteter Onlineerkennung bekommst du sogar eine gute Ausgangslage geschenkt.
Sobald aber Personenbezug im Spiel ist, reicht das nicht. Dann zählen der vollständige Datenfluss, Rollen und Verträge, Speicherfristen, Unterauftragnehmer und der konkrete Einsatzzweck. Sprachtaste benennt Mistral, das EU-Gateway, die deaktivierte Trainingsnutzung sowie die lokale und externe 30-Tage-Speicherung. Für eine betriebliche Freigabe muss die gesamte Auftragsverarbeitungskette geprüft sein.
Wenn du beruflich diktierst und dabei ruhig schlafen willst, frag Zugang zur privaten Beta an.
Weiterlesen
- Windows-Spracheingabe mit Win + H nutzen für Einrichtung, Sprachbefehle und den Praxistest
- Win + H funktioniert nicht für den Fall, dass die Onlinespracherkennung gesperrt ist
- DSGVO-Prüfliste für Diktier-Apps für die betriebliche Auswahl
Wie wir recherchiert haben
Getestet am 25. und 26. Juli 2026 auf zwei Rechnern mit Windows 11, Version 25H2, Build 26200.8894 und Build 26200.8875. Einer war mit einem privaten Microsoft-Konto angemeldet, einer mit einem Geschäftskonto. Wir haben jeden Dialog und jeden Link darin verfolgt. Die Screenshots stammen aus diesem Durchlauf.
Für die Frage nach der Onlineverarbeitung haben wir zusätzlich WLAN abgeschaltet und das Netzwerkkabel gezogen, bis im Browser keine Seite mehr lud, und Win + H danach erneut benutzt.
Anschließend haben wir die Aussagen gegen Microsofts eigene Unterlagen geprüft: die Datenschutzerklärung in deutscher und englischer Fassung, die Supportseiten zu Spracheingabe und Spracherkennung, die Seite zum Datenschutz-Dashboard, die Dokumentation zur EU-Datengrenze und die Richtliniendokumentation für Administratoren.
Was wir nicht geprüft haben: Wir haben keinen Netzwerkmitschnitt gemacht. Wir können deshalb nicht messen, welche Server bei eingeschalteter Onlineerkennung kontaktiert werden. Alle Angaben zum Verarbeitungsort sind Microsofts eigene Angaben. Wir haben außerdem kein eingeloggtes Datenschutz-Dashboard ausgewertet und nur Deutsch als Diktatsprache getestet.
Wo Microsoft eine deutsche Fassung anbietet, zitieren wir daraus. An einigen Stellen steht das englische Original, weil die deutsche Übersetzung dort sachlich danebenliegt. Ein Beispiel aus der deutschen Datenschutzerklärung, wörtlich und ohne Verb: „Die Spracheingabe kann möglicherweise sowohl gerätebasierte als auch Online-Spracherkennungstechnologien, um den Dienst für die Sprachtranskription zu nutzen.” Der englische Satz sagt dagegen klar, dass beide Wege genutzt werden können.
Quellen und Stand
Alle Quellen zuletzt am 28. Juli 2026 abgerufen.
- [Q1] Verwenden der Spracheingabe, um auf Ihrem PC zu sprechen, anstatt zu tippen, Microsoft Support
- [Q2] Microsoft-Datenschutzerklärung, Abschnitt Sprache, Freihand und Eingabe
- [Q3] Windows 11, Version 25H2, Einstellungen → Datenschutz und Sicherheit → Spracherkennung. Eigener Screenshot vom 26. Juli 2026, im Artikel abgebildet
- [Q4] Spracherkennung, Sprachaktivierung, Freihand, Eingabe und Datenschutz, Microsoft Support
- [Q5] Wie schützt Microsoft meine Privatsphäre während der Verbesserung der Spracherkennungstechnologie, Microsoft Support
- [Q6] Sprachdaten im Datenschutz-Dashboard, Microsoft Support
- [Q7] EU-Datengrenze für die Microsoft-Cloud, Microsoft Learn
- [Q8] Richtlinie AllowInputPersonalization, Microsoft Learn
- Mistral AI: Datenschutzerklärung und API-Speicherfristen
- Mistral AI: Data Processing Addendum
- Mistral AI: API-Datenschutzeinstellungen
- Mistral AI: Zero Data Retention
- Datenschutzerklärung von Sprachtaste
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Häufige Fragen
Werden meine Diktate in der EU verarbeitet?
Das sichert Microsoft nicht zu. Die Datenschutzerklärung nennt als mögliche Speicherorte ausdrücklich auch die Vereinigten Staaten. Die EU-Datengrenze gilt laut Microsoft für die Unternehmens-Onlinedienste wie Azure, Microsoft 365 und Dynamics 365, nicht für Windows-Funktionen für Verbraucher.
Verlässt mein Diktat bei Win + H den Rechner?
Solange der Rechner online ist und die Online-Spracherkennung eingeschaltet ist: ja. Microsoft beschreibt die Spracheingabe als Onlinedienst. Schaltest du die Option ab, arbeitet Win + H in unserem Test unter Windows 11 25H2 weiter, dann bleibt die Erkennung auf dem Gerät.
Wie verhindere ich, dass Microsoft mein Diktat bekommt?
Schalte unter Einstellungen, Datenschutz und Sicherheit, Spracherkennung die Online-Spracherkennung aus. In unserem Test funktionierte Win + H danach weiter, die Erkennungsqualität blieb unverändert.
Trainiert Microsoft seine Spracherkennung mit meinen Diktaten?
Nur mit deiner ausdrücklichen Zustimmung. Microsoft schreibt, die Aufzeichnung von Sprachdaten für Produktverbesserungen sei zum 30. Oktober 2020 eingestellt worden. Und weiter: „Auch wenn Sie sich nicht für die Übermittlung Ihrer Sprachclips entscheiden, können Sie unsere sprachgesteuerten Produkte und Dienste nutzen.“
Hört ein Mensch meine Sprachaufnahmen?
Nur bei beigesteuerten Sprachclips. Laut Microsoft dürfen „Microsoft-Mitarbeiter und Lieferanten, die im Auftrag von Microsoft arbeiten“ diese Clips überprüfen. Aufbewahrt werden sie bis zu zwei Jahre, bei einer Stichprobe auch länger.
Warum kann ich auf dem Firmenrechner keine Sprachclips freigeben?
Weil Microsoft das für Geschäfts-, Schul- und Unikonten gesperrt hat. In der Dokumentation steht: „Wenn Sie mit einem Geschäfts-, Schul- oder Unikonto angemeldet sind, ist die Freigabe von Sprachdaten nicht verfügbar, Aber Sie können die Spracheingabe weiterhin verwenden.“
Darf ich mit Win + H vertrauliche Inhalte diktieren?
Für berufliche Inhalte mit Personenbezug fehlt dir bei Win + H das Entscheidende: eine Zusage zum Verarbeitungsort und ein Vertrag über Auftragsverarbeitung. Beides gibt es für die private Nutzung nicht. Ob es bei einem Geschäftskonto greift, sagt Microsoft nicht.